Der Ozeanboden – Unerforschte Schnittstelle der Erde
Der Ozeanboden gehört zu den geheimnisvollsten Regionen unseres Planeten. Tief unter der Wasseroberfläche treffen geologische Kräfte, einzigartige Lebensräume und noch weitgehend unbekannte Prozesse aufeinander. Als Schnittstelle zwischen Erdinnerem und Ozean spielt er eine wichtige Rolle für das Klima, die Entwicklung des Lebens und das Verständnis unserer Erde. Trotz moderner Forschung ist vieles dort unten noch immer unerforscht.
Immunregulation in der Leber: von Homöostase zur Krankheit
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ab April 2025 einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB 1700) zur Leberforschung an der Universität Hamburg und dem UKE – mit 13 Millionen Euro über vier Jahre. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Leber Immunantworten reguliert und warum Fehlfunktionen dieses Systems zu Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen oder Krebs führen können. Das interdisziplinäre Konsortium bündelt klinische Forschung, Grundlagenforschung und Bioinformatik von Einrichtungen aus Hamburg, Berlin, München und Kiel.
Pathomechanismen Antikörpervermittelter Autoimmunerkrankungen (PANTAU): Erkenntnisse durch Pemphigoiderkrankungen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen neuen Sonderforschungsbereich an der Universität Hamburg und dem UKE: Der SFB 1700 „Immunregulation in der Leber: von Homöostase zur Krankheit" untersucht, wie die Leber Immunantworten steuert – und warum Störungen dieses Systems zu Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen oder Krebs führen können. Das interdisziplinäre Konsortium aus fünf Forschungseinrichtungen erhält für die erste Förderperiode rund 13 Millionen Euro.
Understanding Written Artefacts
Mit dem Exzellenzcluster „Understanding Written Artefacts“ ist ein weltweit einmaliges Forschungsumfeld entstanden, das die Trennung zwischen Geistes-, Natur- und Computerwissenschaften überwindet und damit die Möglichkeiten des Forschens an Schriftartefakten transformiert – von der Keilschrift bis ins digitale Zeitalter.
Sexdiversity – Determinanten, Bedeutungen und Implikationen der Geschlechtervielfalt in soziokulturellen, medizinischen und biologischen Kontexten
Der Sonderforschungsbereich „Sexdiversity“ untersucht die Vielfalt des biologischen Geschlechts und deren medizinische, gesellschaftliche, psychologische und rechtliche Bedeutung. In 17 interdisziplinären Forschungsprojekten wird erforscht, wie Geschlecht entsteht, kategorisiert und erlebt wird. Im Mittelpunkt stehen Varianten der Geschlechtsentwicklung sowie das Zusammenspiel von biologischem und sozialem Geschlecht. Betroffene, Patienteninitiativen und weitere gesellschaftliche Gruppen werden aktiv in den Forschungsprozess einbezogen.
Climate, Climatic Change and Society
Der Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society“ (CLICCS) untersucht, welche Klimaentwicklungen künftig plausibel sind und wie gesellschaftlich gewünschte Klimazukünfte verwirklicht werden können. Dazu verbindet er naturwissenschaftliche Forschung zu Wetter und Klimasystemen mit sozialwissenschaftlichen Analysen. Im Mittelpunkt stehen außerdem Klimaschutz, Anpassungsstrategien und gesellschaftliche Faktoren, die wirksame Reaktionen auf den Klimawandel ermöglichen oder behindern.
Die Rolle der Natur für das menschliche Wohlergehen im sozial-ökologischen System des Kilimandscharo (Kili-SES)
Die Forschungsgruppe „Kili-SES“ untersucht, welche Bedeutung die Natur für das menschliche Wohlergehen im sozial-ökologischen System des Kilimandscharo hat. Analysiert werden Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Landnutzung, Ökosystemleistungen und den Bedürfnissen der Bevölkerung. Ziel ist es, zu verstehen, wie gesellschaftliche und ökologische Veränderungen diese Beziehungen beeinflussen und wie sich Natur und Lebensgrundlagen langfristig erhalten lassen.
Urban future-making: Handlungsspielräume professioneller Praxis in Zeit und Raum
Das Graduiertenkolleg „Urban future-making“ untersucht, wie Fachleute aus Architektur, Stadtplanung, Ingenieur- und Sozialwissenschaften die Zukunft von Städten mitgestalten können. Im Mittelpunkt steht ihre Handlungsfähigkeit angesichts gesellschaftlicher, ökologischer und technischer Veränderungen. Die Forschenden analysieren weltweit Labore, Bauwerke und Infrastrukturen und fragen, wie diese als Orte und Instrumente für eine nachhaltige urbane Transformation dienen.
Biogeochemische Prozesse und Ozean/Atmosphäre- Austauschprozesse in marinen Oberflächenfilmen (BASS)
Das Forschungsprojekt untersucht biogeochemische Prozesse und den Stoffaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre in der dünnen Oberflächenschicht des Meeres. Im Mittelpunkt stehen chemische Reaktionen, mikrobielle Vorgänge und physikalische Transportprozesse, die den Austausch von Gasen und weiteren Substanzen beeinflussen. Ziel ist es, die Bedeutung mariner Oberflächenfilme für globale Stoffkreisläufe und das Klimasystem besser zu verstehen.
Dynamik des tiefen Untergrundes von Hochenergiestränden (DynaDeep)
Die Forschungsgruppe „DynaDeep“ untersucht die bislang wenig erforschten Prozesse im tiefen Untergrund von Stränden mit starkem Wellengang und großen Gezeitenunterschieden. Im Mittelpunkt stehen unterirdische Ästuare, die Grundwasser und Meer verbinden. Analysiert werden Wasserströmungen, Stofftransporte, chemische Umwandlungen und mikrobielle Gemeinschaften. Ziel ist es, ihre Bedeutung für Nährstoffflüsse und die Ökosysteme der Küstengewässer besser zu verstehen.
CAUSE Konzepte und Algorithmen für – und Nutzung von – selbsterklärenden digital kontrollierten Systemen
„CAUSE“ erforscht selbsterklärende digital gesteuerte Systeme, die ihre Entscheidungen und Funktionsweisen verständlich vermitteln. Am Kolleg „Urban future-making“ untersucht die TUHH zudem, wie Fachleute aus Planung und Verwaltung Städte angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und weiteren Krisen zukunftsfähig gestalten.
SMART Reactors for Future Process Engineering
Der Sonderforschungsbereich „SMART Reactors“ erforscht intelligente Reaktoren, die nachwachsende Rohstoffe flexibel und effizient zu nachhaltigen Produkten verarbeiten können. Integrierte Sensoren sollen unter anderem Druck, Temperatur, Konzentration und Strömung kontinuierlich erfassen. Die Reaktoren passen ihre Bedingungen daraufhin selbstständig an. Ziel sind ressourcen- und energieeffiziente Verfahren mit gleichbleibender Produktqualität, hoher Ausbeute und widerstandsfähigen Produktionsprozessen.
Energy transfers in Atmosphere and Ocean
Das Forschungsprojekt ist Teil des Sonderforschungsbereichs „Energietransfer in Atmosphäre und Ozean“. Untersucht wird, wie Energie zwischen unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen übertragen, gespeichert und abgebaut wird. Durch die Verbindung theoretischer Modelle, numerischer Simulationen und Beobachtungsdaten sollen Klimamodelle verbessert und atmosphärische sowie ozeanische Prozesse zuverlässiger dargestellt werden.
ELAINE – Elektrisch Aktive Implantate
Der Sonderforschungsbereich „ELAINE“ entwickelt elektrisch aktive Implantate zur Regeneration von Knochen und Knorpel sowie zur Tiefenhirnstimulation bei Bewegungsstörungen wie Parkinson. Erforscht werden energieeffiziente, programmierbare Langzeitstimulatoren, neue Implantatmaterialien und patientenindividuelle Simulationsmodelle. Ziel sind sichere, adaptive Behandlungen, bei denen die elektrische Stimulation gezielt an biologische Prozesse und den jeweiligen Patienten angepasst wird.
Neuroelektronik – Biologisch inspirierte Informationsverarbeitung
Der Sonderforschungsbereich 1461 „Neuroelektronik“ untersucht, wie sich die effiziente Informationsverarbeitung biologischer Nervensysteme auf neuartige Computertechnologien übertragen lässt. Erkenntnisse über neuronale Netzwerke, Lernfähigkeit und evolutionäre Anpassung sollen in elektronische Bauelemente und dynamische Schaltungen einfließen. Ziel sind leistungsfähige, energieeffiziente Systeme für Anwendungen wie Muster- und Spracherkennung, Robotik, autonomes Fahren, Sensorik und bionische Prothesen.
Multi-Site Communication in the Brain
Der Sonderforschungsbereich 936 untersucht, wie verschiedene Regionen des Gehirns miteinander kommunizieren und gemeinsam komplexe Leistungen wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Emotionen und Bewegungen ermöglichen. Mithilfe von EEG, Magnetresonanztomografie, Hirnstimulation und Computermodellen werden neuronale Netzwerke und ihre Veränderungen beim Lernen erforscht. Zudem wird analysiert, wie Störungen dieser Netzwerke mit Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson und Schizophrenie zusammenhängen.
Essverhalten: Homöostase und Belohnungssysteme
Der Sonderforschungsbereich „Essverhalten: Homöostase und Belohnungssysteme“ untersucht, warum Menschen häufig über ihren tatsächlichen Energiebedarf hinaus essen. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel körperlicher Regulationsmechanismen, belohnungsbezogener Prozesse und erlernter Gewohnheiten. Zudem wird erforscht, wie genetische Unterschiede und Veränderungen des Lebensstils das Essverhalten beeinflussen und dadurch zur Entstehung von Übergewicht und Fettleibigkeit beitragen können.
Plastizität und Schlaf
Der Sonderforschungsbereich 654 „Plastizität und Schlaf“ untersuchte, wie Schlaf die Bildung und Festigung biologischer Erinnerungen unterstützt. Dabei wurde Gedächtnis nicht nur im Gehirn, sondern auch im Immun- und Stoffwechselsystem erforscht. Die Studien zeigten, dass insbesondere der Tiefschlaf Lerninhalte, Immunreaktionen und die Regulation von Blutzucker und Körpergewicht stabilisiert. Zudem wurden neue Verfahren zur gezielten Verbesserung von Schlaf und Gedächtnis entwickelt.
Systemische und lokale Reaktionen bei Unverträglichkeit gegenüber Biomaterialien für Gelenk- und Hautläsionen
Das Graduiertenkolleg „SYLOBIO“ untersucht die Verträglichkeit von Biomaterialien und Implantaten, die etwa als künstlicher Gelenkersatz oder zur Behandlung chronischer Wunden eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen lokale und körperweite Entzündungsreaktionen sowie individuelle Unterschiede der Gewebereaktion. Die Forschung soll Ursachen von Unverträglichkeiten aufklären und zur Entwicklung besser verträglicher Biomaterialien und neuer Behandlungsmöglichkeiten beitragen.
Gene, Umwelt und Entzündung
Das Graduiertenkolleg „Genes, Environment and Inflammation“ untersuchte, wie genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse bei der Entstehung chronisch-entzündlicher Erkrankungen zusammenwirken. Im Mittelpunkt standen unter anderem Ernährung, Darmmikrobiom und epigenetische Veränderungen, die die Aktivität von Genen beeinflussen können. Zudem wurden neue statistische und bioinformatische Methoden entwickelt, um komplexe Gen-Umwelt-Wechselwirkungen besser zu erfassen und auszuwerten.
VISualization and structure in virus infectION (VISION)
Das Graduiertenkolleg „VISION“ untersucht, wie Viren und ihre Proteine während einer Infektion in menschlichen Wirtszellen funktionieren. Dafür werden moderne bildgebende und strukturbiologische Verfahren verschiedener Auflösungsstufen miteinander kombiniert. Ziel ist es, die dynamischen Abläufe viraler Infektionen besser zu verstehen, neue Untersuchungsmethoden weiterzuentwickeln und auf dieser Grundlage wirksame antivirale Behandlungsstrategien zu ermöglichen.
Hearable-zentrierte Assistenz: Vom Sensor zur Teilhabe
Das Graduiertenkolleg „HEARAZ“ erforscht, wie Hörgeräte zu vielseitigen Gesundheitsassistenten weiterentwickelt werden können. Sogenannte Hearables sollen Biosignale, Bewegungen, Sprache und Umgebungsgeräusche erfassen, um beispielsweise vor Stürzen zu warnen oder Veränderungen bei Demenz und Parkinson zu erkennen. Zusätzlich werden Auswirkungen auf Lebensqualität, Pflege, gesellschaftliche Teilhabe sowie ethische und soziale Fragen untersucht.
Revisiting The Volcanic Impact on Atmosphere and Climate – Preparations for the Next Big Volcanic Eruption
Die DFG-Forschungsgruppe „VolImpact“ untersucht, wie große Vulkanausbrüche die Atmosphäre und das Klima beeinflussen. Mithilfe von Satellitenmessungen und Computermodellen werden die Entwicklung von Vulkanwolken, die Wirkung vulkanischer Aerosole auf Strahlung und Wolken sowie Veränderungen der atmosphärischen Dynamik und des Wasserkreislaufs erforscht. Ziel ist es, die klimatischen Folgen künftiger starker Eruptionen zuverlässiger vorherzusagen.
POMPU – Proteogenomik der Marinen Polysaccharid Verwertung
Die Studie untersucht, wie das marine Bakterium Formosa agariphila den von Grünalgen gebildeten Mehrfachzucker Ulvan vollständig abbaut. Dabei wurden die Funktionen von zwölf beteiligten Enzymen entschlüsselt. Die Ergebnisse verbessern das Verständnis des Kohlenstoffkreislaufs im Meer und eröffnen zugleich Möglichkeiten, Algenbiomasse künftig für Fermentationen sowie zur Gewinnung wertvoller Zuckerbausteine biotechnologisch zu nutzen.
Das Mikrobiom als therapeutisches Target bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
Die Studie untersucht, wie Darmbakterien Entzündungen über das Enzym Hexokinase 2 beeinflussen. Im Tiermodell zeigte sich, dass die von bestimmten Bakterien gebildete Fettsäure Butyrat den HK2-Spiegel in Darmzellen senkt und dadurch Entzündungen hemmt. Die Ergebnisse liefern einen möglichen Ansatzpunkt für gezieltere Therapien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, etwa durch die Hemmung von HK2 oder ausgewählte Darmbakterien.
Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit
Der Forschungsschwerpunkt „The Early Modern World“ untersucht interdisziplinär die Kultur- und Religionsgeschichte des 15. bis 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen religiöse Praktiken, Vorstellungen und ihre Darstellung in Literatur, Musik, Kunst, Theater und weiteren Medien. Ziel ist es, die langfristige Wirkung frühneuzeitlicher Denkweisen auf die Religionskultur und gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart besser zu verstehen.
Receiving and Translating Signals via the gamma-delta T Cell Receptor
Die DFG-Forschungsgruppe FOR 2799 untersucht, wie γδ-T-Zellen über ihren speziellen T-Zell-Rezeptor Signale erkennen und in Immunreaktionen umsetzen. Im Mittelpunkt stehen die beteiligten Moleküle, Signalwege und verschiedenen Zelltypen. Die Erkenntnisse sollen erklären, welche Rolle γδ-T-Zellen bei Infektionen und der Tumorabwehr spielen und wie sie künftig für neue Krebstherapien genutzt werden könnten.